Geschichte der Kirche

Foto: Dennis Läffka

Eine von fünf Christuskirchen der Hansestadt steht im Hamburger Westen. Das Besondere an ihr: Sie ist die einzige Patronatskirche Hamburgs. Gestiftet wurde sie von Conrad Hinrich von Donner am Ende des 19. Jahrhunderts. Er stammte aus einer hanseatischen Reeder-Familie und gehörte mit Vanderbilt und Rockefeller zum Triumvirat der reichsten Männer seiner Zeit. Die Kirche stiftete er aus Dank für die Genesung seiner Gattin Bodild, einer Kusine der Kaiserin Auguste Viktoria. 250 000 Mark betrugen die Baukosten fur Kirche und Pastorat, der Architekt Albert Petersen wurde mit dem Entwurf und der Ausführung des Baus beauftragt. Am 5. Juni 1900 wurde die im englischen Stil gestaltete Kirche eingeweiht.

 

Donner stiftete auch die Altarbibel, die heute noch in Gebrauch ist.


Ihre Eigenständigkeit bekam die Christuskirche allerdings erst am 1. Januar 1910 – bis dahin war sie eine Filialkirche der Gemeinde Ottensen.

 

Zum ersten Pastor wurde Ernst Schröder gewählt, der die Gemeinde bis zu seiner Emeritierung

1933 leitete.

Im Jahr 1936 stiftete Hermann Reemtsma die Orgel, die wir heute noch hören, sie wurde vom

jungen Orgelbaumeister Rudolf von Beckerath entworfen und gebaut. Zu dieser Zeit war sie

eine der bedeutendsten Orgeln Deutschlands.

Ursprünglich war die Kirche in Nord-Süd-Achse ausgerichtet, wohl um eine repräsentative

Auffahrt und einen entsprechenden Eingang zu schaffen. Hermann Reemtsma stiftete im Jahr 1953 auch einen Abguss des „Lehrenden Christus“ von Ernst Barlach, der nun seinen Platz an der Wand im linken Seitenschiff gefunden hat.

 

Die heutige Gestalt der Kirche verdankt sie einem Umbau von 1968/69, der vom Architekten

Jürgen Elingius geleitet wurde. Dabei wurde der Innenraum der Kirche völlig neu gestaltet, der

Altar wurde von der Nordwand an die Ostwand versetzt und der Kirchenraum auf die West-

Ost-Achse ausgerichtet.

 

Hans-Gottfried von Stockhausen gestaltete das neue Altarfenster: Es zeigt Christus, den

Weltenrichter und drei Kreisformen, ein Symbol für die Trinität.

 

Den Altar schmückt ein Kreuz aus Taizé. Vom gleichen Kunstschmied Poyet stammen auch

der Standleuchter für die Osterkerze und die Altarleuchter.
 

Und: die Patronatsloge der Familie Donner wurde zur Taufkapelle umgestaltet. Hier schuf von

Stockhausen die Fenster in traditioneller Weise: sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu.
 

Die bisher letzte Änderung ist die Neugestaltung der Beleuchtung im Jahr 2009 durch den

Lichtkünstler Michael Batz, die einherging mit einem Neuanstrich des Innenraumes.
 

In unserer Kirche finden bis zu 350 Menschen Platz, zum Gottesdienst läuten vier Glocken,

die zum 50. Jubiläum der Christuskirche von Hermann Reemtsma gestiftet wurden. Der

Gottesdienst beginnt jeden Sonntag um 10.30 Uhr.